Cristian Gemmato

Markenführung ohne Steuer.

Es war einmal eine Marke. Die hatte es schwer, sich am Markt zu etablieren. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, den Weg in die Köpfe der Verbraucher zu finden. Doch das wollte ihr einfach nicht gelingen. Warum?

Eine Situation, in der sich viele Marken befinden, weil diese Marken das Steuer nicht selbst in der Hand haben. Die Rede ist von Marken, welche über Installateure die Produkte an den Endverbraucher bringen. Und solche gibt es viele. Denken wir an den Heizungsmarkt: Ölheizungen, Pelletsheizungen, Wärmepumpen, Solaranlagen … Viele Marken, unterschiedliche Nutzen und Vorteile, ein enormer Markt (jeder braucht hierzulande eine Heizung) und nur relevanter Vertriebskanal.

Wo liegt das Problem?
Markentechnsich gesehen liegt das Hauptproblem darin, dass ein Instrument (sorry Installateure) die Marke prägt, welches man nicht fest in der Hand hat (fast, denn ich will nicht wissen, was möglicherweise so unter der Hand zwischen den Installateuren und den Herstellern herumgepokert wird).
Das zweite Problem ist die Gewohnheit. “Haben wir immer schon gemacht” - höre ich, wenn ich frage, warum man denn mit den Installateuren so arbeitet.
Das drite Problem sind - und das ist echt ein Problem - Problem Nr. 1 und Problem Nr. 2 zusammen. Denn die Lösung dieser Probleme würde viel Geld verschlucken.

Dilemma? Eigentlich schon.

Warum ich das schreibe? Weil ich immer wieder damit konfrontiert werde, dass speziell oben genannte Herstellerfirmen die Partner Installateure als Erfolgsinstrument für die eigene Marke titulieren. Das mag bei manchen schon stimmen - aber die Mehrheit? Die Erfahrung zeigt, dass die Installateure (sorry Nr. 2) Bequemlichkeit lieben. Also das machen, was Sie immer schon gemacht haben. Was geht leichter? Wo verdiene ich mehr? Wer “schmeichelt” mir am meisten? Da haben es die “Großen” schon einfach - denn die argumentieren beim Installateur mit den guten Image, das sie haben.

Und die Kleineren? Die sollten sich von Anfang an überlegen, ob Sie hier mitspielen wollen oder nicht doch einen “neuen” Weg versuchen. Wie auch immer der hier ausschaut. Bis dahin werden die Installateure Ihre Macht noch weiter ausspielen.

Markenführung ohne das Steuer selbst in der Hand zu haben ist also ein schwieriges, wenn nicht unmögliches unterfangen.

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Jeder kriegt die Krise .

Eine kleine Geschichte am Anfang. Diese Geschichte habe ich irgendwo aufgeschnappt und sie begleitet mich seitdem

Es war einmal in einer Stadt ein alter Mann. Er war Obstverkäufer. Er war bekannt für seine hervorragend schmeckende Äpfel, welche er täglich persönlich auf der Straße an seinem Obststand verkaufte. Der Man war von seinem Beruf begeistert. Dafür las er keine Zeitungen und schaute auch nicht fern. Mit selbstgeschriebenen Tafeln machte er die Laufkundschaft darauf aufmerksam, wie gut seine Äpfel sind. Mit seinem Charme und seinen flotten Sprüchen erledigte er den Rest. Die Geschäfte liefen bestens. Der Umsatz war sehr gut. Immer wieder und wieder musste der alte Mann neue Äpfel bestellen um die Nachfrage zu decken.

Eines Tages kam sein Sohn zu Besuch und sagte dem Mann: “Vater, stell Dir vor wir haben eine Wirtschaftskrise.” Der ältere Mann nahm das für bare Münze, denn sein Sohn würde ja Zeitung lesen, fern sehen und darüber hinaus ist er ja Akademiker.

Am nächsten Tag stand der alte Mann wieder an seinem Obststand. Mit der Krise im Kopf legte er sich nicht mehr so wirklich ins Zeug. Kein Charme mehr und weniger flotte Sprüche. So sank der Umsatz von Tag zu Tag. Das Geschäft bliebt immer mehr aus. Der alte Mann bestellte immer weniger frische Äpfel. Sein Angebot wurde immer schlechter, bis er eines Tages zum ersten Mal seit langem gar keinen Apfel mehr verkaufen konnte.

Resigniert ging er nach Hause und rief seinen Sohn an: “Wie recht Du hattest. Wir haben eine Wirtschaftskriese.”

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Von der Kraft der Marke

Ich nehme ein persönliches Erlebnis als Anlass, um meinen ersten Blog-Eintrag zu schreiben.

Ich übersiedle gerade mein Büro und im Zuge dieser Übersiedlung war ich in den vergangenen Tagen auf Büromöbelschau. Ich schlüpfte in die Rolle des Konsumenten. Statt selbst Marken zu führen, ließ ich mich von Marken führen. Mein erster Weg führte mich zu den alt bekannten Büromöbelherstellern namens bene, Hali und Neudörfler. In jedem Geschäft spürte ich die Kraft der Marke - auch wenn Hali und Neudörfler von “feeling” her sehr ähnlich sind. Bei bene hingegen, da hat sich eine Welt aufgetan. Ich fühlte mich gleich international und groß. Ein starke Marke hat auch ihren Preis. Deshalb bin ich schweren Herzens wieder gegangen. Aber eines steht fest - sollte ich mir mal bene leisten/finanzieren können, dann werde ich es mir leisten/finanzieren. Ich archivierte bene in meinem Hinrn in der Schublade Büromöbel unter der Rubrik “WUNSCHMARKE”.

Was bleibt dann noch übrig? Gut denke ich mir. Ich bin jung, dynamisch, erfolgreich … suche ich mir eine Marke, welche diese Eigenschaften auch hat. Eine Marke, die ich auch herzeigen kann und die mich bestärkt. Mein Weg führt mich zu interio. Zuerst nach Pasching und dann nach Vösendorf SCS. Eine ganz andere Welt - Design zum günstigen Preis. Das sagte zumindest der Werbeslogan. Ich fand viele interessante Dinge, aber leider kein komplettes Programm. Ich wäre als gezwungen gewesen zu Stückeln und zu improvisieren. Ein paar Photos (mit dem iphone natürlich), ein paar Notizen und die Erkenntnis wieder zu kommen, sollte ich woanders (wo?) nix finden. Ich archivierte interio in meinem Hirn in der Schublade Büromöbel unter der Rubrik “ERSATZMARKE”.

Gelich neben interio in der SCS befindet sich KARE - ein sehr designorientiertes Möbelgeschäft. In Stück stylischer als interio und vielleicht nicht so, wie soll ich sagen … bieder? Ich kannte das Geschäft nicht und war erstaunt. Wer also etwas extravagentes, nicht alltägiches haben will, der ist bei KARE gut bedient. Eine Marke, welche Dir das Gefühl gibt, ein Unikat zu sein. Wieder Fotos (mit dem iphone), Notizen, Infos über Lieferzeiten (6 - 8 Wochen und wenn ich Pech habe, dann noch über die Weihnachtsfeiertage) und die Entscheidung war gefallen. Wollen ja (ein cooler Schreibtisch), warten nein. Also, nix. Vielelicht später. Die anfängliche Kraft der Marke verpuffte - zumindest bei mir, denn ich kann ja nicht 6 Wochen auf einen Schreibtisch warten. Wo soll ich sitzen? Ich archivierte KARE in meinem Hirn in der Schublade Büromöbel unter der Rubrik “ÜBERRASCHUNGSMARKE”.

Also führte mich der Weg zu IKEA. Als Business Card Inhaber kann man dort sehr gut bargeldlos shoppen. Ich kaufte mir den SEBASTIAN, UDDEN, UITBY und vieles mehr. Rückzuck ins Auto und ab ins Büro. Dort verbrachte ich dann einen ganzen Tag mit kleinen Schrauben. Ich erinnere mich nicht mehr an die vielen Schimpfwörter. Nie mehr IKEA war das harmloseste. Diesen Artikel schreibe ich von einem wackeligen Podest aus - ich kann die Schrauben drehen wie ich will - das Podest will nicht gerade stehen. Nach überwundener IKEA Krise archivierte ich IKEA in meinem HIrn in der Schublade Büromöbel unter der Rubrik “KATASTROPHE”.

Und die Moral von der Geschichte? Marken wirken. Marken haben Kraft. Diese zieht uns an. Wir sind besessen von Ihr. Wir träumen davon. Marken geben uns Orientierung. Marken sprechen uns emotional an. Die Kraft der Marke ist Erfolgsfaktor Nummer 1. Und so passiert, dass wir trotz “WUNSCHMARKE”, “ERSATZMARKE” und “ÜBERRASCHUNGSMARKE” zur “KATASTROPHE” greifen, denn es ist halt was Besonderes, wenn wir  von “9 to 9″ gemütlich shoppen gehen, ab 18.30 Uhr 2 Lachsstücke zum Preis von einem genießen, schwere Kartons schleppen, stundenlang schrauben …

Das ist die KRAFT der Marke, der wir uns nicht entziehen können.

PS: bitte um Entschuldigung für etwaige Tippfehler - der wackelige Schreibtisch ist schuld.

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